Monika Detering


Es sind die Menschen, die Monika Detering faszinieren, die Geschichten hinter den Gesichtern. Aus den Denkmodellen werden Romane und Kriminalromane. Die Prüderie der 50er Jahre ist mit psychischer und physischer Gewalt an einem Kind in „Die Kraft ihres Herzens“ eindringlich vertreten. Matheelfe schreibt zum Beispiel: „Es zeigt, wie subtil Missbrauch funktionieren kann und welch lebenslange Spuren er in der Seele hinterlässt. Ein letztes Zitat dazu, welches fast am Schluss des Buches steht, möge meine Rezension abrunden, ‚… Erinnerung kam gestern und heute, als das Leben mir gehörte, ich alle Hoffnung und jeden Traum an dieses hatte. Morgen werde ich mich nicht mehr erinnern.“
Auch die historischen Ruhrgebietskrimis, eine Reihe, die 1951 beginnt, zeigen jene Zeit und die Beengtheit, in denen Menschen damals lebten. Auch den bislang letzten, „Bittere Liebe an der Ruhr“ schrieb die Autorin zusammen mit Horst-Dieter Radke. >Die 1950er Jahre im Ruhrgebiet bieten die Kulisse für dramatische Ereignisse im Umfeld der Literatur<. Die zuletzt erschienen Romane von Detering: „Ich bin Hermann“ und „Der Sommer des Raben“ zeigen auch in der großen Verschiedenheit der Geschichten Menschen mit ihren Hoffnungen, Begierden und Wünschen. Ist es im Hermann-Roman die letzte Liebe und das endgültige Abschiednehmen im Alter das vorrangige Thema, so führt die Suche nach der geheimnisvollen Rabenmarionette  den Leser nach Hiddensee und Prag und letztendlich bis in die 1930er Jahre.

Monika Detering wollte früh aus ihrer Familie heraus, träumte davon, Schiffsjunge, Malerin und  Schriftstellerin zu werden. Für immer nach Paris – aber das Leben änderte die Wege. Lebensbrüche führten sie spät, aber endlich dahin – zum Schreiben. Ihre langjährige Erfahrung als Puppenkünstlerin mit dem Herstellen von Portraits, den vielen Ausstellungen im In- und Ausland ließen sie immer bei dem Blick auf den Menschen hinter dem Menschen.
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Bilder: ©Privat ©Br. Wolfgang Mauritz

J. Monika Walther

Undine Marion Pelny über Goldbroiler oder Die Beschreibung einer Schlacht: „Nach dem Lesen dieses Buches ist klar, dass es um mehr als um Mord und Totschlag geht. Und es ist keine leichte Kost, weil diese Geschichte fast unerträglich nah am Leben ist. Wir sind in Rostock nach der Wende. Der als Revolution gefeierte gesellschaftliche Umbruch hinterlässt im Osten Deutschlands wirtschaftliche und menschliche Verwüstung. Der Zusammenbruch der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Ausländerfeindlichkeit, Schmuggel und Menschenhandel, Verarmung und Resignation – all das schwappt rückhaltlos auch in das Leben von Ida Waschinsky, die sich als Privatdetektivin eine neue Existenz aufzubauen versucht. Sie droht, sich im Strudel der Ereignisse zu verlieren und mit ihr der Leser, er geht mit ihr in die Irre sowohl bei der Suche nach dem Mörder als auch bei der Suche nach der Liebe. Er gerät wie Ida in den Sog der sich entfaltenden Handlungsstränge und es ist letztlich der Blick hinter die Kulissen dieser Nachwendezeit, die ihm den Atem stocken lässt. J. Monika Walther löst das Versprechen des Titels ein: es ist eine Schlacht, bei der jede/r ums Überleben kämpft.

Selten findet man diese (ostdeutsche) Tragödie so minutiös, so detailliert, so lebensnah beschrieben. Und in allem erweist sich J. Monika Walther zum wiederholten Male als eine große Erzählerin – schonungslos, manchmal brutal und doch fast zärtlich im Umgang mit ihren Protagonisten, niemals voyeuristisch, niemals wertend. „Wir müssen wahre Sätze finden“, hat Ingeborg Bachmann einmal gesagt. J. Monika Walther hat wahre Sätze gefunden und ein Buch geschrieben, das mehr über die Folgen eines gesellschaftlichen Umbruchs erzählt, als in jedem Geschichtsbuch steht. Es verdient den Titel „Geschichte“ – im literarischen wie historischen Sinne. Dass dieser Teil der deutschen Geschichte schon in der Realität ein einziger Krimi war (und ist), spiegelt „Goldbroiler“ nur alzu gut.“

J. Monika Walther, geboren in Leipzig, stammt aus einer jüdisch-protestantischen Familie, aufgewachsen in Leipzig und Berlin – und kreuz und quer in der ganzen Westrepublik; lebt seit 1966 im Münsterland und den Niederlanden, arbeitet seit 1976 als Schriftstellerin: Lyrik, Hörspiel, Prosa. Und immer wieder schreibt sie erfolgreiche Kriminalgeschichten. Sie erhielt zahlr
eiche Auszeichnungen, Preise und Stipendien. Zuletzt erschienen Am Weltenrand, Prosa, Abrisse im Viertel, Gedichte 2010 -2015. Die Kriminalromane: Goldbroiler oder Die Beschreibung einer SchlachtHimmel und Erde – Kommissar Simonsberg ermittelt. Kriminalgeschichten sind zu hören beim Hörmordkartell. 

www.jmonikawalther.eu
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